Was erlaubte sich Merkel in Davos? Heutige Europäer tragen keine Schuld für die Situation in Afrika! Meine Analyse zur Skandal-Rede!

Auf dem im Januar in Davos abgehaltenen Weltwirtschaftsforum fühlte sich die geschäftsführende Kanzlerin mal wieder bemüßigt, die Europäer an ihre „historische Schuld“ in Afrika zu erinnern. „Wir Europäer haben tiefe Schuld gegenüber Afrika, aber auch tiefes Interesse“, behauptete Merkel am 24.01. vor den Teilnehmern des Forums und der internationalen Presse. Doch für welche Europäer maßt sich Angela Merkel überhaupt an, hier zu sprechen? Etwa für EU-Staaten wie Polen, Tschechien, Lettland, Finnland, Ungarn, Rumänien und viele Länder mehr, die überhaupt gar keine koloniale Vergangenheit haben? Oder geht es ihr viel eher darum, die westeuropäischen Länder mittels Schuldgefühlen auf noch mehr Umverteilung und Massenmigration vorzubereiten? Ständig wird uns eingeredet, dass uns Deutsche irgendeine moralische Pflicht dazu zwingen würde, eine Politik zu ertragen, die uns schadet. Diesen Unsinn lehne ich ab.

Was auch immer hinter Merkels Phrasen für eine Motivation steckt: Ich erachte es als absolut unredlich, den heute lebenden Generationen an Europäern eine Schuld an vergangenem Unrecht aufzubürden, das dazu noch in seiner Komplexität ein streitbares Thema darstellt. Wer sich mit den rechtsethischen und rechtsphilosophischen Aspekten von Kollektivschuld auseinandersetzt, weiß, dass die Behauptung einer solchen im Sinne der daraus erwachsenden Verantwortung durch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe in unseren Gesellschaften weder mit dem Gesetz noch mit der Moral zu vereinbaren ist. In Merkels Davos-Rede tritt ein pseudo-religiös verbrämtes und kollektivistisches Denken zu Tage, das darauf abzielt, eine solche Haftung auf europäischer Ebene hoffähig zu machen.

Wie absurd ein solches Denken ist, zeigt sich anhand einiger historischer Beispiele. So verheerten Schweden und Franzosen im Dreißigjährigen Krieg weite Landstriche des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Ein Großteil der Bevölkerung verhungerte als Folge und die Nachwirkungen und Traumata prägten die kommenden Jahrhunderte. Sollte man deswegen vorschlagen, die heutigen Franzosen und Schweden in moralische Schuld zu nehmen, ja vielleicht sogar Reparationen verlangen? Wie sieht es mit den napoleonischen Feldzügen aus? Schulden wir den Polen Geld für die Ausbreitung des Deutschen Ordens im Mittelalter? Wie ziehen wir die skandinavischen Länder für die Gräuel der Wikinger zur Verantwortung? Müssen die Italiener für 500 Jahre römische Expansionspolitik zur Kasse gebeten werden? Die Liste ließe sich beliebig fortführen.

Schon alleine daran zeigt sich, wie maßlos Merkels ungebetene Schuldzuweisungen sind. Auch lässt sich der Kolonialismus schwerlich allein für Armut und Elend in Afrika verantwortlich machen. Andere Faktoren, wie der vor Ankunft der Europäer stark ausgeprägte Tribalismus, müssen mit in die Gleichung genommen werden, möchte man die gegenwärtige Situation in Afrika besser verstehen. So waren es auch keine Europäer, sondern arabische Händler, die ab dem 8. Jahrhundert an der Ostküste Afrikas den Sklavenhandel begannen. Wird Angela Merkel also zukünftig auch die arabische Liga an ihre moralische Pflicht erinnern? Wohl kaum …

Afrika verfügte am Ende der Kolonialzeit und zu Beginn seiner Unabhängigkeit über ausreichend gute Chancen. Die Europäer hatten den jungen Staaten Ausbildung, Verkehrssprache, sowie Infrastruktur und Verwaltung hinterlassen. Die Weltbank prognostizierte sogar, dass die afrikanischen Staaten sich noch vor den asiatischen Staaten einordnen könnten. Als die ersten Präsidenten afrikanischer Länder aber begannen, sich unmittelbar an den Ressourcen ihrer Gebiete zu bereichern und Korruption sowie Vetternwirtschaft installierten, kam allerdings alles anders. Als Folge brach der Weltmarktanteil Afrikas dramatisch ein. Putsche und Bürgerkriege trugen zum weiteren Verfall des Kontinents bei. Der Zustand Afrikas ist deshalb zuallererst das Ergebnis schlechter Politik, sowohl auf afrikanischer, aber auch auf westlicher Seite. Den Kolonialismus dafür verantwortlich zu machen und dazu noch so weit zu gehen, die Ur-Ur-Ur-Enkel aufgrund dessen in die moralische Pflicht zu zwängen, ganz Afrika zu subventionieren oder gar in Europa zu integrieren, bleibt ein irrsinniges Ansinnen ohne rationale Grundlage.

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